Marktausblick

Marktausblick 2023

Wir blicken zurück auf ein sehr turbulentes Jahr 2022 – die politische Lage als auch die Kapitalmärkte, die mit zunehmender Volatilität für immer mehr Verunsicherung auf Seiten der Anleger sorgen. Der Begriff Rezession wird immer geläufiger und dabei hat es einen großen Rebound also eine starke Erholung an den Aktienmärkten gegeben – besonders in Europa, wo die Indizes stärker gestiegen sind als in den USA. Der Optimismus kam im Wesentlichen aus den USA aufgrund der Inflationszahlen, die wesentlich geringer ausgefallen sind als erwartet. Man kann scheinbar davon ausgehen, dass wir ein Ende des Zinserhöhungszyklus sehen werden oder aber zumindest, dass die Zentralbanken pausieren werden. Zinsenerhöhungen wirken immer zeitverzögert auf die Konjunktur. Die Rezession ist ausgemachte Sache in Europa nächstes Jahr. Das Wachstumstempo wird sich nächstes Jahr im Vergleich zu diesem Jahr nochmal verlangsamen. Auf der anderen Seite wird die Inflation das Top Thema des Jahres bleiben. Aktuell sieht man klare Abschwächungen bei der Inflation, was den Notenbanken Spielraum geben wird.

Status Quo...

 

  • Hohe Zinsen und geringere Liquidität
  • Preisdruck
  • Arbeitslosenquote sehr niedrig
  • Hohe Inflation
  • Vorsprung gegenüber Asien / Schwellenländer nicht dauerhaft haltbar

Starkes Aufholpotenzial

 

  • Stärker belastet als USA
  • Niedrig bewertet
  • Hohe Inflation
  • Schwache Währung
  • Beeinträchtigt durch globale Faktoren (Beziehung zu Russland, Energiekosten, Abkühlung in China)

Hohe Ungewissheit

 

  • Niedrigeres Wachstum,
  • Coronakrise hat GB stark getroffen
  • Brexit bereitet große Probleme

Aktienmarkt wird unterschätzt

 

  • Größtes Konjunkturpaket aller Zeiten
  • Fiskalische Maßnahmen
  • starke Unterbewertung
  • BoJ hält an ultralockerer Geldpolitik fest
  • Niedrige Kursbewertungen + Aktienrückkäufe

China beschränkt Big Tech

 

  • Selbstverschuldete Verlangsamung
  • Abkehr von der Zero Covid Strategie
  • Starke politische Regulierungen, um übermäßige Ungleichheit zu verhindern
  • Abstraffung der Tech Werte
  • Verdreifachung der Investition in Forschung und Entwicklung in den letzten 20 Jahren

Champions der Zukunft!

 

  • Hohe Wachstumerwartungen
  • 40% Anteil am weltweiten BIP
  • Währungen stark abgewertet
  • Niedrige Bewertung der Emerging Markets
  • Großes Aufholpotenzial
  • Attraktive Dividenden
  • Starke Bilanzen
  • Impulse für Wachstum

Es ist ein Gebot der Fairness,
dass alle Menschen,
die in der Volkswirtschaft leben und arbeiten,
auch das Recht haben müssen,
an den Gewinnen der Volkswirtschaft zu partizipieren.

Diese Faktoren werden die Menschheit, sowie die Wirtschafts- und Finanzwelt in den nächsten Jahrzehnten massiv beeinflussen:

Demografie

Um etwa 157 Menschen pro Minute, nahezu 10.000 pro Stunde, knapp 230.000 pro Tag – so schnell wuchs die Weltbevölkerung 2017. Und sie wächst schneller als angenommen: Die Prognosen der Vereinten Nationen (UN) wurden zuletzt nach oben korrigiert. Bis zum Jahr 2100 leben voraussichtlich 11,2 Milliarden Menschen auf unserer Erde. „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit“

Globalisierung

Die Globalisierung prägt Wirtschaft, Politik, Kultur und Umwelt. Sie hat den Planeten grundlegend verändert. Sie macht uns frei und sorgt für Wohlstand. Jeder Mensch muss das Recht auf Teilhabe und Perspektive durch die prosperierende Weltwirtschaft haben. In der Globalisierung liegen aussichtsreiche Investitionschancen für den eigenen Vermögensaufbau.

“Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit”

Globale Konvergenz

Die globale Vernetzung der letzten Jahrzehnte führt zur wirtschaftlichen Annäherung der aufstrebenden Schwellen- und Entwicklungsländer an die alten Industrienationen. Dadurch entsteht eine neue globale Mittelschicht. Der soziale Aufstieg in diesen Ländern führt zu einem veränderten Konsumverhalten der Menschen. Ein Lebensstil nach westlichem Vorbild  auf der ganzen Welt ist die Folge.

“Jeder Mensch muss das Recht auf die Chance zu persönlicher Entwicklung und wirtschaftlichem Aufstieg haben”

Klimawandel

Die globale Erderwärmung trug als Resultat des Wachstums von Bevölkerung, Industrie und Konsum in den Schwellen- und Entwicklungsländern bei. Jedoch sind der Ressourcenverbrauch und die CO2 Emission von uns in den Industriestaaten weitaus größer. Noch ist der Lebensstandard auf der Welt unterschiedlich hoch und energieaufwendig. Doch was passiert, wenn alle Menschen auf der Welt den ökologischen Fußabdruck hätten wie wir in Deutschland? Wir bräuchten bereits heute drei Erdkugeln.

„Jeder Mensch muss das Recht auf ein Leben in einer intakten Umwelt haben“

Globale Finanzsysteme

Die Menschen verlieren angesichts der Komplexität unseres heutigen Finanzsystems den Überblick. Die Intransparenz hat eine große Verunsicherung zur Folge. In Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen bieten Sachwerte Schutz für Vermögen jeder Größenordnung. Sachwerte sind die einzigen verlässlichen Wertspeicher. Ihr Geldwert – oder ihr Buchwert – mag schwanken. Aber völlig wertlos können Sachwerte niemals werden.

“Jeder Mensch muss das Recht auf den nachhaltigen Aufbau und die Sicherung seines Vermögens haben”

Wie geht es 2023 weiter?

Die Kosten für Gas und Strom werden weiterhin hoch bleiben. Das Risiko, dass über den Winter viele Unternehmen in die Insolvenz gehen, dass Arbeitsplätze verloren gehen und die Kaufkraft der Verbraucher weiterhin erodiert wird, durch hohe Energiepreise, das ist sehr hoch. Selbst wenn wir erfolgreiche Meldung von der Front bekommen, dass die ukrainische Armee Teile des Landes zurückerobert. Ein zeitnahes Ende des Krieges ist wohl eher unwahrscheinlich. Selbst wenn es so wäre, dann dürften die wirtschaftlichen Folgen noch eine ganze Weile zu spüren sein.

Gerade weil die Schwere der Abschwächung noch nicht voll absehbar und auch in offiziellen Prognosen kaum ernsthaft abgebildet ist, könnte sich der Ausblick für Aktienanleger in Europa zunächst noch weiter eintrüben.

Anleihen Comeback!

Der Bond-Crash dieses Jahr hat deutliche Spuren hinterlassen und man kann davon ausgehen, dass die Anleihenrenditen nächstes Jahr weiter fallen werden. Von daher ist das ein schöner Rückenwind, den die Rentenmärkte bekommen werden. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es nächstes Jahr etwas ungemütlicher werden wird, wenn man das Wachstum betrachtet. Anleihen mit guter Bonität werden sich hier gut behaupten und könnten sogar High Yield Anleihen schlagen. Es ist auch durchaus die Chance da, dass sie Aktien schlagen. Nicht, dass ich negativ gegenüber Aktien eingestellt bin, sondern viel eher positiv gestimmt bin, für Duration und langlaufende Anleihen. Bei den Aktien ist ein Gewinnwachstum bereits eingepreist, allerdings ein Gewinnabsturz eben nicht. Dennoch kann man den globalen Aktien auch eine positive moderate Entwicklung zutrauen.

Wachstumsaussichten

Man kann davon ausgehen, dass die Margen der Unternehmen im nächsten Jahr weiter fallen werden, wo wir uns dieses Jahr noch mit einem minimalen Gewinnwachstum über die Linie begeben.

Im kommenden Jahr werden aber eben auch das Gewinnwachstum als auch die Margen der Unternehmen nach unten gehen. Der Markt beginnt bereits sich langsam damit auseinanderzusetzen, auch wenn wir immer noch positive Ertragserwartungen haben.

Value vs. Growth – wer hat die Nase vorn?

Wir hatten nach langer Zeit mal wieder ein ausgezeichnetes Value-Jahr gesehen in 2022. Value und Dividendenaktien sollten weiterhin die Nase vorne haben gegenüber den Wachstumsaktien aufgrund des aktuellen Umfelds. Die Tech-Werte sind sogenannte Wachstumstitel und punkten, wenn sie Wachstum prognostizieren. Wenn das ins Stocken gerät, dann drückt das auf die Kurse. Das haben wir aktuell bei Amazon, Alphabet oder Meta gesehen. Diese Werte haben auch maßgeblich zur Rally beim S&P500, NASDAQ und MSCI World in Zeiten der Niedrigzinsphase beigetragen in den letzten Jahren. Nur sind diese Zeiten vorbei und diese Unternehmen stehen jetzt vor neuen Herausforderungen. Mit steigenden Zinsen, steigen auch deren Fremdfinanzierungskosten und das bremst das Wachstum und deren Erwartungen. In den letzten Jahren verzeichneten diese Unternehmen ein extremes Wachstum, welches in dem aktuellen Umfeld in den nächsten Jahren nicht mehr fortgeschrieben werden kann. Blicken wir allerdings auf den Technologiesektor, der sehr stark bei ETF-Anlegern in den Indizes repräsentiert ist, sehen wir hier Risiken für die weiteren Aussichten. Unternehmen wie Amazon, Twitter, Meta, Microsoft und PayPal kündigen einen massiven Jobabbau an!. Das ist eine provisorische Maßnahme auf das Umfeld, auf das schwierige Umfeld. Sollten die Zinsen allerdings schnell eine Umkehr einleiten, dann kann natürlich Growth stärker punkten als erwartet.

Copyright 2017 by Michael Linke | realisiert durch Webdesign Cottbus