Discounter-Strategie „ETFs – Indexfonds“

September 15, 2017 , , , ,

Die Rally an den Aktienmärkten geht weiter. Während die amerikanischen Aktienindizes S&P500 und Dows Jones von Hoch zu Hoch eilen, wächst die Sorge auf der anderen Seite immer mehr. Die Kapitalströme durch die beliebten Indexfonds spielen neben Donald Trump seinen Wahlkampfankündigungen eine große Rolle.

Was ist ein ETF und was macht sie so beliebt? Ein ETF (auch Indexfonds genannt) probiert einen Index abzubilden. Es gibt kein Fondsmanagement, dass das Kundenkapital verwaltet. Das Kapital wird hier quasi passiv in den Markt investiert.  Die Preisbildung macht hier allerdings den ersten Unterschied aus. Denn diese läuft nicht wie beim Investmentfonds über die Fondsgesellschaft, sondern wird durch Angebot und Nachfrage von sogenannten Market-Maker (Marktpfleger oder auch Marktmacher) gesteuert.

Welche positiven Attribute werden ETFs zugeschrieben?

  • ETFs sind kostengünstig
  • ETFs sind einfach und transparent
  • ETFs sind sicher
  • ETFs bilden die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index genau ab
  • ETFs haben eine bessere Wertentwicklung als die Mehrzahl der aktiven Fonds

 

Ist das aber wirklich so?

ETFs haben keine Ausgabeaufschläge und eine geringe Verwaltungsgebühr. Aber auch bei ETFs entstehen Transaktionsgebühren/An-&Verkaufsgebühren und die so genannte Geld-Briefspanne („Spread“).

 

ETFs haben eine bessere Wertentwicklung als die Mehrzahl der aktiven Fonds?

Sowohl die Mehrheit der aktiven Fonds, aber auch die Mehrheit der ETFs, haben eine schlechtere Wertentwicklung als die zugrunde liegenden Performance-Indices. Ein ETF kann keine Outperformance liefern, da diese ja den Index abbilden. Entscheidend ist also eine gute Fondsauswahl! Es gibt Fondsmanager, denen es seit Jahren oder gar Jahrzehnten gelingt, eine bessere Performance als der Markt zu liefern. Hier sind die Managementgebühren auf jeden Fall ihr Geld wert.

Dazu kommt – Dem Anleger wird die Anlageentscheidung nicht abgenommen für die strategische Allokation/Aufteilung Kapital zwischen verschiedenen Anlageklassen!

Dem Anleger wird die Anlageentscheidung nicht abgenommen für den Ein- und Ausstieg aus Anlageklassen bei Änderung der volkswirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen!

 

Investiert man in einen Aktien ETF verteilt sich die Gewichtung nach der Marktkapitalisierung der Unternehmen. Je höher diese ist, desto höher die Gewichtung im ETF.

Investiert man in einen Renten-ETFs folgt die Gewichtung überproportional nach überschuldeten Ländern! Das heißt, je höher ein Land verschuldet ist, desto höher erfolgt die Gewichtung innerhalb des ETFs.

 

Zuerst einmal muss man aber zwischen 3 Formen von ETFs unterscheiden. Denn es ist nicht so einfach einen ETF zu kaufen.

Physisch replizierende ETFs (alle Wertpapiere werden gekauft)

Physisch teilreplizierende ETFs (Nur ein Teil der Wertpapiere wird gekauft, Rest Sampling). Die physische Nachbildung ist die aufwendigere Variante und kostet daher mehr Gebühren.

Synthetische ETFs (Wertentwicklung der Anlageklasse wird über Derivate nachgebildet)

 

Als Anleger sollte man replizierende ETFs bevorzugen, wenn man auf ETFs setzen möchte.

Viele Privatanleger folgen dem Herdenantrieb diverser Medienberichten und neigen dazu, günstige Indexfonds zu kaufen, da Sie ja geringe Kosten aufweisen und man „immer“ den Markt kauft. Sehr häufig werden synthetische ETFs (Swap-basiert) gekauft. Synthetisch replizierende ETFs halten nicht die Werte, die dem Index zugrunde liegen, sondern nutzen Derivate, wie zum Beispiel Tauschgeschäfte (Swaps), um die Wertentwicklung des eigentlich zu Grunde liegenden Index abzubilden. Und genau hier liegt die größte Gefahr! Es besteht nämlich ein Kontrahentenrisiko in Bezug auf eine mögliche Insolvenz der Swap-Partner!

Der ETF-Herausgeber kauft oft nicht alle Aktien, die zu einem Index wie beispielsweise dem DAX gehören. Um die Wertentwicklung vom DAX dennoch abbilden zu können, geht man ein Tauschgeschäft (Swap) mit anderen Banken ein. Mit diesem Swap zzgl. Kosten passen die Banken der ETF-Gesellschaft dann die Wertentwicklung vom DAX an. Einen ETF auf diese Art und Weise zu konstruieren, ist mnicht unbedingt eine sichere Art der Nachbildung, weil so eine Abhängigkeit von jener Bank entsteht, die die Wertentwicklung für den ETF liefern soll. Gerade wenn die Finanzmärkte wieder einmal in Turbulenzen geraten sollte, gilt diese Art von Konstruktion für gefährlich. Ein ETF ist somit abhängig von der Bonität des Garantie gebenden Emittenten, der wiederum abhängig ist von den Emittenten seiner im ETF verbauten Derivate und strukturierten Finanzprodukte. In der Krise 2008 sind einige mit gehandelten Papieren, die bei Lehman Brothers lagen, auf ihre Kosten sitzen geblieben.

 

Ein weiterer interessanter Punkt wird die Investmentsteuerreform ab dem 01.01.2018, denn dort unterliegen synthetische ETFs nicht der Teilfreistellung und müssen voll versteuert werden.

 

Selbst die Bonität der Schuldner oder die Qualität des relevanten Unternehmens scheint nicht mehr wichtig zu sein. Ein ETF Anleger finanziert derzeit jeden „Ramsch“. ETF-Anleger kaufen aktuell alles mit, was völlig überbewertet ist und pushen diese Werte noch weiter nach oben. Dieses Szenario zeigt sich unter anderem in Form von hohen Bewertungen an den Aktienmärkten, der geringen Kursschwankungen.

ETF verzerren die Märkte

ETFs verzerren die Märkte strukturell, weil sie nicht auf die Qualität der Einzelwerte achten. So können selbst die Notierungen minderwertiger oder überbewerteter Titel zulegen – nur, weil sie in diesem ETFs enthalten sind. Große Achtung genießen jene Indexfonds, die auf fallende Volatilitäten setzten und mit hohem Kredithebel arbeiten. Indexfonds könnten einen Kursabschwung an den Börsen verstärken, sollte er einmal beginnen. Denn sie verfügen meist keine nennenswerten Liquiditätsreserven.

Die Aufwärtsspirale die wir gerade eben erleben, kann sich auch ganz schnell in die andere Richtung bewegen. Gerade wenn die  Anleger in Panik geraten, kann es zum massiven Verkaufsdruck führen und die Finanzmärkte destabilisieren. Wenn Anleger beispielsweise aus Angst, dass ihr ETF aufgelöst wird, alle ihre Anteile abstoßen, verlieren dann andere Investoren den Glauben an die Sicherheit der ETFs. Die DB x-tracker hat bereits die ersten ETF-Schließungen getätigt.

 

Für einen kurz- bis mittelfristigen Aufsprung sind ETFs sicherlich eine gute Alternative. Für einen langfristigen Vermögensaufbau oder Altersvorsorge ist eine ausgewählte aktive Stratgie empfehlenswert.